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Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 21:22
von BladeRunner1974
Ein Lautsprechermanagement ist absolutes Neuland für mich. Finde ich aber hochspannend und werde nicht drum herumkommen. So bin ich denn mit der einen oder anderen Frage in diesem Zusammenhang beschäftigt und würde mich freuen, wenn ihr hier Licht ins Dunkel bringen könnt. Via den AV7704 wird das einpegeln nur sehr begrenzt möglich sein, weshalb ein DSP her muss. Eine Frequenzweiche werde ich eh benötigen für die selbstgebauten Subs, daher komm ich gar nicht um einen DSP rum.

So will ich die Möglichkeit haben, jeden der 7.1.4 Kanäle via DSP genaustens einpegeln zu können. Demnach werden es 13 Lautsprecherkanäle sein (inkl. DBA 2x2), die getuned werden wollen.

Gehen wir mal vom DSP Monacor DSM 48LAN aus. Der hat 4 analoge Ein- und 8 analoge Ausgänge.

- Was wird bei den Eingängen angeschlossen - jeder einzelne Lautsprecherkanal ab Vorstufe (also 13 Stk.) oder nur die Vorstufe selber?
- Sind die Ausgänge die Verbindung zu den Endstufen?
- Wieviele Monacor's braucht es, um 13 Kanäle einzupegeln - 2 (in Relation zu den Ausgängen) oder 4 (in Relation zu den Eingängen)?

Ist die Monacor DSM 48LAN u/o Monacor DSM 26LAN zu empfehlen? Können, falls es mehrere DSP's braucht diese unter einander gekoppelt werden? Müssen sie gekoppelt sein, damit das Management über alle 13 Kanäle funktioniert?

Viele viele Fragen, ich weiss. Aber ich möchte es verstehen und wie gesagt bin ich ein absolut unbeschriebenes Blatt diesbezüglich. :rolleyes:

Für eure Feedbacks danke ich im Voraus.

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 21:45
von Nubi
Hallo,

1.) Quelle/Vorstufe => Eingang DSP => Ausgang DSP => Endstufe => Lautsprecher
2.) pro Eingang ein Kanal
3.) da du ja ein ankommendes Signal verändern möchtest, richtest Du dich nach den Eingängen, also bräuchtest Du 4 Stk.


Aaaaber, mir erschließt sich ehrlich gesagt nicht der Sinn die Height Kanäle großartig per DSP "verbiegen" zu wollen.
Die meisten Vorstufen bieten doch auch schon rudimentäre PEQs, mit denen man zumindest oder wenigstens Probleme mit den Heights in den Griff bekommen könnte. Delay etc stellst Du sowieso in der Vorstufe ein.

Der Umgang mit einem DSP erfordert zwingend Grundkenntnisse in Raumakustik.
Hast Du diese nicht, möchtest dir diese nicht aneignen und auch keinen Akustiker anstellen, so empfehle ich dir eine Vorstufe mit guten Einmesssystem.

Gruß

Christian

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 22:02
von BladeRunner1974
Nubi hat geschrieben:Hallo,

1.) Quelle/Vorstufe => Eingang DSP => Ausgang DSP => Endstufe => Lautsprecher
2.) pro Eingang ein Kanal
3.) da du ja ein ankommendes Signal verändern möchtest, richtest Du dich nach den Eingängen, also bräuchtest Du 4 Stk.


Aaaaber, mir erschließt sich ehrlich gesagt nicht der Sinn die Height Kanäle großartig per DSP "verbiegen" zu wollen.
Die meisten Vorstufen bieten doch auch schon rudimentäre PEQs, mit denen man zumindest oder wenigstens Probleme mit den Heights in den Griff bekommen könnte. Delay etc stellst Du sowieso in der Vorstufe ein.

Der Umgang mit einem DSP erfordert zwingend Grundkenntnisse in Raumakustik.
Hast Du diese nicht, möchtest dir diese nicht aneignen und auch keinen Akustiker anstellen, so empfehle ich dir eine Vorstufe mit guten Einmesssystem.

Gruß

Christian


Hallo Christian

Vielen Dank für die prompte Antwort. Das ganze wird professionell eingemessen werden. Heights machen keinen Sinn? Keine Ahnung... Somit wären es mind. 3 Stück... oder vier Behringer DCX2496...

Wünsche einen schönen Abend.

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 01:23
von Holger
Du denkst wieder viel zu kompliziert. :grin:

Christian hat vollkommen recht: die Deckenlautsprecher zu entzerren ist "over the top" - das macht wahrlich keinen (oder nur gaaaanz wenig) Sinn.

Für die sieben Kanäle und das DBA reicht beispielsweise ein miniDSP 10x10 (8 analoge Ein- und Ausgänge) für knapp 800 Euro. Damit kannst du mit einer einzigen Kiste die 7 unteren Kanäle und das DBA entzerren und bist somit durch mit der Planung.

Damit übernimmt die Vorstufe die Verteilung der Eingangssignale, das Bereitstellen der unterschiedlichen Tonformate und die Trennung der Fronts, sowie Pegel und Delay der ganzen Kanäle. Den Rest übernimmt das miniDSP für alle relevanten Kanäle.

Etwas anderes wäre es, wenn du vollaktive Lautsprecher wie bei mir fahren würdest. Das wird in deinem Kino aber vermutlich nicht der Fall sein oder ?

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 05:59
von BladeRunner1974
Holger hat geschrieben:Du denkst wieder viel zu kompliziert. :grin:

Für die sieben Kanäle und das DBA reicht beispielsweise ein miniDSP 10x10 (8 analoge Ein- und Ausgänge) für knapp 800 Euro. Damit kannst du mit einer einzigen Kiste die 7 unteren Kanäle und das DBA entzerren und bist somit durch mit der Planung.

Damit übernimmt die Vorstufe die Verteilung der Eingangssignale, das Bereitstellen der unterschiedlichen Tonformate und die Trennung der Fronts, sowie Pegel und Delay der ganzen Kanäle. Den Rest übernimmt das miniDSP für alle relevanten Kanäle.

Etwas anderes wäre es, wenn du vollaktive Lautsprecher wie bei mir fahren würdest. Das wird in deinem Kino aber vermutlich nicht der Fall sein oder ?



Moin Moin

:grin: ... viel zu kompliziert? Schon möglich... aller Anfang ist halt schwer und ich will's einfach richtig machen... :tease: :yes:

Ja super Holger, guter Tipp. Dann passt das ja soweit. Sieht auch noch chic aus das Gerät :thumbsup:

Ist das Gerät inkl. Frequenzweiche für die Sub's? Ich seh das nicht im Beschrieb... Falls ja, können wir uns bspw. die Behringer DCX2496 sparen, was cool wäre.

Auf Aktivlautsprecher werd ich definitiv nicht gehen - nachstehend wird hier meinerseits die Liste des Equipments à jour gehalten (in grüner Schrift bereits angeschafft):

http://www.heimkinoclub-muc.de/viewtopic.php?f=8&t=3560&p=59349#p59349

Somit:

Marantz AV 7704
8x Crown XLS 1002
Mini DSP 10x10HD
2x Fronts B&W CM10 S2
1x Center B&W HTM61 S2
4x Surrounds B&W 686 S2
4x Decken-LS B&W AM1
2x2 DBA Selbstbaulautsprecher

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 09:40
von Holger
Das Bassmanagement übernimmt in der Regel die Vorstufe (Trennfrequenz) - welchen Sinn sollte da noch eine Behringer DCX machen ?

Sprich wozu brauchst du eine externe Frequenzweiche ?

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 09:58
von BladeRunner1974
Holger hat geschrieben:Das Bassmanagement übernimmt in der Regel die Vorstufe (Trennfrequenz) - welchen Sinn sollte da noch eine Behringer DCX machen ?

Sprich wozu brauchst du eine externe Frequenzweiche ?


Du sagtest doch letzten DI, dass dies für die Selbstbaulautsprecher (DBA 2x2) benötigt wird. Oder hab ich da was verwechselt?

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 10:20
von Holger
Das musst du verwechselt haben, die Behringer finde ich gelinde gesagt altbacken. Da gibt es beispielsweise in Form des miniDSP 10x10 oder der Dirac-Kisten mittlerweile deutlich besseres.

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 10:38
von BladeRunner1974
Alles klar nun - danke für die Aufschlüsselung.

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 11:14
von Smack
Also ich habe im Moment nur Probleme mit der Behringer. Die rauscht ohne Ende (ist auch in vielen Foren bekannt). Daher würde ich auch Holgers Vorschlag in Erwägung ziehen (MiniDSP 10x10). Ich werde allerdings so wie es aussieht nur die Front entzerren und da ist der 10er Minidsp over the top!

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 12:27
von The Jedi of Bass
Due Behringer Bedienung ist mit Rs232 Anschluss etc tatsächlich etwas altbacken, aber kann die miniDSP auch funktional was besser?

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 14:00
von Herm
Parametrische Filter... ist praktisch, damit man nicht jeden einzelnen Wert individuell einstellen muss.
Ansonsten machen beide was sie sollen :)

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 16:55
von Smack
Wenn ich das richtig gelesen habe kann ich mit REW einmessen und dann die eingestellten Werte direkt ans MiniDSP schicken, richtig? Das ist ja dann super easy!!

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Montag 8. Januar 2018, 18:16
von The Jedi of Bass
Smack hat geschrieben:Wenn ich das richtig gelesen habe kann ich mit REW einmessen und dann die eingestellten Werte direkt ans MiniDSP schicken, richtig? Das ist ja dann super easy!!

Das stimmt allerdings, cooles Feature.

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Dienstag 9. Januar 2018, 00:05
von Herm
Also irgendwie geht's wohl auch mit REW... Ich hab' MSO (Multi-Sub-Optimizer) zusammen mit @pebo_muc ausprobiert. Er musste alle Filter für die Behringer einzeln setzen, während ich die parametrischen Filter einfach mit Copy-Paste zum Mini-DSP schicken konnte. Das macht es im Endeffekt schneller die Konfigurationen einzugeben.

Gruß,
Herm

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Dienstag 9. Januar 2018, 14:59
von pebo_muc
das stimmt! Manuell eingeben ist schon etwas aufwändiger! Da ist der Upload schon cool!! DCX kann halt noch mehr Kanäle...Finde Mini DSP aber auch sehr gut!!

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Mittwoch 10. Januar 2018, 07:17
von Nubi
Ich hab das MiniDSP auch immer per Direktübertrag aus REW konfiguriert.Das ist wohl einfach.

Nur sollte man auch mal kontrollieren, was REW an Filtern setzt! Wenn beispielsweise 8 - 10db bei einer Auslöschung hinzugegeben werden, dann ist das nicht nur schwachsinnig, sondern auch noch gefährlich für die Hardware.

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Mittwoch 10. Januar 2018, 08:21
von pebo_muc
Mini dsp macht doch nur leiser im Gegensatz zur DCX....sollte also nicht passieren! Richtig?

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Mittwoch 10. Januar 2018, 22:40
von Nubi
Nein, das stimmt so nicht.

Du kannst im MiniDSP Interface selbst, ich glaube es waren bis zu 13db (bin mir aber nicht sicher ob es jetzt 13 oder 10db waren) dazugeben oder die automatische Filtersetzung von REW "errechnet" das und der MiniDSP führt aus.

So oder so ist es möglich einzelne Frequenzen in einer Güte q (bis zu 3) anzuheben.

Re: Lautsprechermanagement via DSP

BeitragVerfasst: Mittwoch 10. Januar 2018, 23:49
von Holger
Bei dem miniDSP 10x10 (früher 8x8) kann man gar bis zu 16dB drauf geben. Das würde ich ebenfalls nicht empfehlen, möglich ist es aber.

Aus dem Grunde wähle ich die Filter auch immer selber und vertraue da nicht den REW-Algorithmen - zumal man überhaupt nicht so viele Filter setzen muss wie REW das gerne machen würde, um ein wirklich gutes Ergebnis zu erzielen.

minidsp.jpg


PS: das Bild ist nur ein Beispiel, soeben am PC erstellt ohne irgendeinen messtechnischen Hintergrund. Nur Software geöffnet, 1. Filter maximal aufgerissen, Screenshot gemacht, fertig. :beer2: