Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Hier kann ein jeder sein Heimkino vorstellen. Diskussion inklusive :)

Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Herm » Sonntag 9. September 2012, 23:55

Hallo "Heimkinoverrückte",

nachdem ich nun schon seit mehr als zwei Jahren mit dem Bau meines Kellerkinos beschäftigt bin wird es Zeit für mich mein (neues?) Hobby hier vorzustellen.

Angefangen hat alles vor drei Jahren. Ein Bekannter hat in seinem Keller einen alten Beamer installiert und hat für seine Kinder Videos an ein Bettlaken produziert. Obwohl dieses "Kellerkino" wirklich sehr rudimentär ausgestattet war, hat mich dieser Besuch mit dem Heimkinovirus infiziert. Von da an war ich stundenlang in Internet unterwegs und musste über die Kreativität von Privatkinos nur staunen (PS: Kennt ihr dieses polnische (?) Heimkino schon: Polnisches (?) Heimkino
Es war klar, dass ich auch einen Kinoraum wollte. Ende 2009 war es dann so weit, dass ich in ein Haus umzog und die Kellerräume nur danach schrien zum Heimkino umgebaut zu werden...

Die Vorarbeiten

Ausgangsbasis für den Kinobau war ein "L-förmiger" Kellerraum, der von den Vorbesitzern bereits als rustikale Bar ausgebaut wurde. Die Bar bestand aus gemauerten (alten) Ziegelsteinen; die Wände waren nicht weiter verputzt; der damalige Besitzer hatte einfach mit "Terrakotta-Farbe" die nackten Wände gestrichen. Im gesamten Kellerraum Marmorfliesen verlegt - akustisch ein Alptraum, aber schön anzuschauen. Lampen waren einfach an einer einfachen Verteilerdose an der Decke angeschlossen - nicht gerade einladend. Hier musste ich mir auch noch eine Lösung einfallen lassen. Ein kleines Highlight im Keller ist der (antike) Holzofen, den ich auf jeden Fall halten wollte.
Ofen.jpg


Der Arbeitsplan lautete also:
[*] Wände verputzen
[*] Die (lieblos gemauerte) Bar verschönern - die Fugen mussten raus und durch schönere Fugen ersetzt werden
[*] Beleuchtung im Bar-bereich verschönern; die Anschlusskabel sollten optisch verschwinden

Anbei eine Skizze wie ich mir die Aufteilung des Raumes vorgenommen habe:
kellerkino.jpg


Eine Schiebetür soll das spätere Kino vom Barbereich trennen. Eine Herausforderung war es, dass der Raum trotz eines Kinos optisch "hell" wirkt. D.h. bei Bedarf wollte ich ein "schwarzes Loch" in einen gemütlichen Nebenraum der Bar verwandeln. Ich muss sagen, dass hat mich viel Kopfzerbrechen gekostet - aber dazu später mehr.

Nach mehreren Wochen (und zwei Schlagbohrmaschinen später), war der Barraum fertig:
Die Bar-2.jpg

Bar von hinten.jpg


Die Kabel habe ich in einer Abkofferung versteckt, die ich aus Laminat gefertigt habe. Die Wandbeleuchtung ist in der Abkofferung integriert - ich hab' hierzu ein paar billige LED-Leuchten zerlegt und verkabelt. Zusätzlich hab' ich noch Einzel-LEDs verbaut.
LED Randbeleuchtung.jpg


Die Raumbeleuchtung selbst ist ein einfaches Seilsystem aus der Bucht. Damit ich die Kabel verstecken konnte hab' ich aus dem gleichen Laminat nochmals einen Deckenkranz gebaut.
Seilsystem.jpg

Deckenleuchte Seilsystem.jpg


Mehr dazu im nächsten Post - ich brauch jetzt mal eine Mütze Schlaf... :wave:

Viele Grüße,
Herm
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon wolfmunich » Montag 10. September 2012, 18:59

Servus Herm,

schöner großer Kellerraum, perfekt für dein Vorhaben.
Die Bar hätte ich wenn möglich in den Teil des Raumes verfrachtet wo jetzt dein Kino rein soll und in den verbliebenen Raum das Kino integriert.

Da dies wahrscheinlich jetzt nicht mehr möglich bzw. du es so oder so nicht so machen wolltest bin ich mal gespannt wie es weitergeht.
Gruß

Wolfgang

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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Ewi » Montag 10. September 2012, 19:08

Tolle Räumlichkeiten, freue mich auf den Ausbau :clap:

Wünsche viel Durchhaltevermögen und Spass beim Bau :thumbsup:
LG
Werner

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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Herm » Montag 10. September 2012, 22:41

So... Jetzt hab' ich die letzten 90min einen Beitrag geklimpert über die Entstehung meiner Lautsprecher, dann ist mein Netz verr***** und die Arbeit war futsch :grant: .

Erst mal vielen Dank für die Rückmeldungen. Meine Bar ist wirklich nicht optimal - aber sie war schon an der Stelle eingebaut und ich wollte sie nicht abreißen. Jetzt muss ich mal sehen dass ich das beste daraus mache.

Morgen werd' ich (nochmal) über den Lautsprecherbau berichten. Soviel schon mal als "Teaser": Ich hab' mich für den Bau eines Surround-Arrays aus 19 Lautsprechern entschieden. 3 große Center, je 8 Side Surrounds + 8 Rears.

Morgen gibt's die Entstehungsgeschichte dazu. Hier schon mal ein Vorschaubild auf ein Teilergebnis:
Boxen-Fertig.jpg


Gruß,
Herm
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Ewi » Montag 10. September 2012, 22:50

Klingt seeehr interessant, eine derartige Anzahl an Lautsprechern hatten wir (glaube ich :hmmm: ) noch nicht :wink:
LG
Werner

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Lautsprecherbau - Die Vorgeschichte

Beitragvon Herm » Dienstag 11. September 2012, 12:04

Nachdem es klar war, dass ich ein Kino bauen werde habe ich viele Stunden damit verbracht nach den passenden Lautsprechersystemen zu schauen. Die üblichen Kandidaten - Teufel etc. waren mir entweder zu teuer, haben mich optisch nicht angesprochen, oder nicht das geleistet was ich mir gewünscht habe. Durch Zufall stand ich eines Tages am Kiosk und habe in den üblichen Heimwerker-Zeitschriften geblättert (durch das Verputzen meines Kellers ist mein DIY-Trieb ja in Fahrt gekommen) und ich bin über einen Artikel zum Lautsprecherselbstbau gestolpert. Eine neue Alternative war geboren - die nächsten Wochen stöberte ich nun in allen möglichen HiFi-Foren/Heimkino-Foren, etc. auf der Suche nach Bauplänen für mein Vorhaben.
Wieder war die Entscheidung nicht einfach: Bausätze gab es ab €10 und der Himmel war die Grenze. Ein Probelauf war also notwendig. Ich entschied mich daher erst einmal das (alte) Heimkinosystem im Wohnzimmer mit neuen Lautsprechern aufzumotzen. Die kleinen Plastikboxen hatten über Jahre hinweg ausreichend Klang gemacht und waren meine "Referenz". Um zu sehen ob Selbstbau eine Option ist, entschied ich mich für einen der günstigsten Bausätze der mich vor allem optisch angesprochen hat: Die "Lancetta" für ca. €50 pro Lautsprecher.

Die Lancetta ist eine "Transmissionline" mit einem kleinen Breitbänder von TangBand - ähnliches Bauprinzip wie die bekannte "Needle". Anstatt den Kanal zu verjüngen, werden allerdings Helmholtz-Resonatoren für störende Dröhnfrequenzen eingesetzt. Durch die Bauweise erzeugt das System mehr Bass als z.B. ein Bassreflex-System (aber auch schwammiger) - ich konnte also gespannt sein.
Bei sieben Boxen ist durch den Preis nicht viel "kaputt" - wenn's nichts wird, dann hätte ich "Design-Lautsprecher" für's Klo gehabt.

Gesagt, getan - die nächsten Wochenenden hab' ich beim Fräsen, schleifen und vor allem beim Lackieren verbracht... Hier ein paar Impressionen vom Bau:
Lancetta-1.jpg

Lancetta-2.jpg

Lancetta-3.jpg

Lancetta-4.jpg


Das Endergebnis konnte sich auf jeden Fall optisch sehen lassen:
Lancetta-Final.jpg


An Weihnachten 2010 hatte ich die LS dann fertig und ein erster Testlauf konnte beginnen. Und: :wow: :wow: :wow: :wow: :wow: :wow: :wow:

Wahnsinn - so viel Bass aus einem kleinen €50 Bausatz. Genügend Pegel für das Wohnzimmer, eine 1000% Verbesserung zu den kleinen Plastikwürfeln (na immerhin Yamaha Plastikwürfel). Wie würden erst Selbstbaulautsprecher klingen, die ein paar Euro mehr kosten??? Und welchen Bausatz soll ich denn jetzt für das Kino verwenden?

Wieder wurden mehrere Wochen Foren durchstöbert, Artikel über Vor- und Nachteile von Gehäuseformen gelesen, usw. Für mein Kino war es mir wichtig, dass alle Chassis ein gleiches Klangbild erzeugen. D.h. identische Chassis, da ansonsten die Tonwiedergabe verzerrt wird. Weiterhin wollte ich keine Breitbänder-LS aufbauen, da diese doch ziemlich stark "bündeln". Das Abstahlverhalten sollte auch noch unter Winkel gut sein. Und dann war dann ja noch das "diffuse Klangbild" wichtig. Ihr kennt sicher die Diskussionen über "Dipole als Surrounds", "Ripole als Surrounds", "Direktstrahler", etc.

In einem Nachbarforum wurde viel über das Konzept eines Surround-Arrays diskutiert - aber nur wenige haben ein solches Array nachgebaut (und wenn dann mit "Fertig-LS" von der Stange, bzw. kleinen Mini-Breitbändern als Chassis). Bei einem Surround-Array wird anstatt eines Lautsprechers eine Vielzahl von Lautsprechern verwendet. Zum einen sind diese als Tonquelle nicht mehr ortbar, andererseits wird der Klang in die Fläche "gestreut". Zumindest in den Diskussionen klingt das plausibel und sinnvoller als Dipole, etc.

Da Kinobau kurz vor Wahnsinn kommt - hab' ich mir zum Ziel gesetzt ein Surround-Array aus "günstigen" Selbstbau-LS aufzubauen. 3 Wege wäre toll, 2-Wege ist realistischer. Pro Surround-Kanal sind vier LS geplant - insgesamt also 19 Lautsprecher (durch geschickte Schaltung der 4er Gruppen erreicht man die gleiche Impedanz wie ein Einzellautsprecher). Wird das Surround-Array die Anforderung an einen diffusen Klang erfüllen - keine Ahnung... Wie gesagt - man darf nicht alles glauben was man in Foren so liest.

Nach langen Suchen nach Bausätzen bin ich schließlich auf den Seiten der "grauen Eminenz" des Lautsprecherbaus "Udo Wohlgemuth" über den neuaufgelegten Bausatz der First-Time 2 (als Front) und der dazu passenden Quickly Serie ( für das Surround-Array) gestolpert. Und letztlich war der Preis mit ~€75 pro Stück akzeptabel. Kurze Rechnung: €400 für die Fronts, €1200 für die Rears, also für ungefähr €1500 hätte ich ein Surround-Array was den Namen wert ist :thumbsup: Bekräftigt durch meinen "Wohnzimmer-Test" war ich mir auch sicher, dass diese Kombination die meisten käuflichen Systeme in die Schranken verweisen dürfte. Und - ich hatte durch den Kontakt mit Udo Wohlgemuth auch noch die "Sicherheit", dass ich nicht kompletten Blödsinn kaufen würde.

Da Udo's Stärke nicht die "Optik" von Lautsprechern ist, habe ich getüftelt über das Design und hab' mich dann für eine "iPod"-Optik + Furnieroberfläche entschieden... Aber mehr dazu im nächten Update...



Viele Grüße,
Herm
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon AndiTimer » Dienstag 11. September 2012, 12:15

Hallo Herm

schön das Du darüber berichtest, ich finde das sehr interessant... ich nutze für Surround re + li jeweils zwei LS, allerdings habe ich auch nur eine Sitzereihe.
Bin ja schon auf Deine Eindrücke gespannt.

Sind das die LS die Du gebaut hast?

Die Surrounds hast Du auch als Standbox gebaut, auf welche Höhe sollen die den später kommen und welchen Abstand werden die LS zueiander haben? Den Zwischenraum kannst Du
ja dann evtl. für Absorber nutzen...

Los nächstes Upate sonst gibts :hit:

Gruss
Andi
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Herm » Dienstag 11. September 2012, 12:43

Hi Andi - genau das sind die Lautsprecher. Ich hab' das Design abgeändert, da ich ansonsten 60cm von meiner Raumbreite aufgeben müsste. Deswegen hab' ich die Lautsprecher längergezogen (und von Udo die Maße abnehmen lassen). Kleinere Boxen hätten mir schon gut gefallen, aber dann hätte ich Abstriche beim Volumen machen müssen (und wäre wieder bei Breitbändern gewesen). Letztlich hab' ich auf eine "Säulen"-Optik geschielt wie ich sie schon in vielen Kinos bewundert habe.

Hier ist das Design, dass ich für die Side-Surrounds verwendet habe:
Quickly28_Mod.PNG


Die First-Time 2 hab' ich von den Maßen gelassen wie sie ist, aber mich "optisch" ausgetobt... Und bei den Back-Surrounds bin ich total verrückt geworden (aber dazu später mehr).

Ich hab' den ersten Side-Surround mittlerweile hängen - den Hochtöner hab' ich auf ~180cm angebracht. So ist die Unterkante der Lautsprecher ziemlich genau bei 100cm. Der Abstand der Lautsprecher wird 43,6cm sein (ja - für das "krumme" Maß gibt's einen Grund). D.h. die Hochtöner sind insgesamt gut 60cm voneinander entfernt. Ist das ausreichend oder nicht? Schwer zu sagen - in anderen Foren wird von 40-50cm gesprochen.

Ich bin gerade daran für den Zwischenraum bei den Lautsprechern Schröder-Diffusoren incl. eingebauter Beleuchtung zu bauen, so dass ich den Nachhall in meinem "Beton-Keller" ein wenig in den Griff bekomme (auch hierzu später mehr). Evtl. spendiere ich nochmals 5cm an Absorbermaterial hinter den LS zur Bedämpfung, aber um das zu entscheiden brauche ich erst mal einen Soundtest (incl. Subwoofer).

Wenn alles blöd läuft, dann hab' ich einen akustischen Supergau - es gibt aber auch wenige Kinos die ein Surround-Array in Kombination mit Schröder-Diffusoren gebastelt haben. Insofern "muss" sich ja einer mal den Spass machen :party:

Viele Grüße,
Herm
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon AndiTimer » Dienstag 11. September 2012, 12:51

Letztlich hab' ich auf eine "Säulen"-Optik geschielt wie ich sie schon in vielen Kinos bewundert habe.


ja das kam mir auch gleich in den Sinn wo ich die LS gesehen habe, da findet sich im avsforum ja so einiges, da ich Säule als "typsich" für Ami Kinos finde...

Wenn alles blöd läuft, dann hab' ich einen akustischen Supergau - es gibt aber auch wenige Kinos die ein Surround-Array in Kombination mit Schröder-Diffusoren gebastelt haben. Insofern "muss" sich ja einer mal den Spass machen


das ganze ist experimentell, ist bei mir nicht anders und irgendwie auch reizvoll... man lernt viel dabei und macht Erfahrungen, auch wenn im ersten Wurf evtl. nicht alles passen sollte. Den Spaßfaktor wirst
Du sicher im Betrieb haben und man muss nicht immer auf Messungen rücksichtnehmen...

Weiterhin gutes Gelingen und ich werde fleißig mitlesen.

Edit
Ich bin gerade daran für den Zwischenraum bei den Lautsprechern Schröder-Diffusoren incl. eingebauter Beleuchtung zu bauen, so dass ich den Nachhall in meinem "Beton-Keller" ein wenig in den Griff

da würde ich eher mit Absorbern arbeiten (Rockwool, Isover etc), 10cm Stärke oder beide kombinieren...


Gruss
Andi
Zuletzt geändert von AndiTimer am Dienstag 11. September 2012, 12:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon wolfmunich » Dienstag 11. September 2012, 12:52

Servus Herm,

liest sich ausgezeichnet dein Plan. Wann ist der erste offizielle Hörtest anberaumt. :grin: Also ich hätte schon mal mit Sicherheit Zeit dafür.
Gruß

Wolfgang

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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Herm » Dienstag 11. September 2012, 13:34

Ja - warum Diffusoren und nicht Absorber... Bei der Entscheidung hab' ich auf zwei Kriterien zurückgegriffen:

1) Literatur: Sound Reproduction: The Acoustics and Psychoacoustics of Loudspeakers and Rooms

Floyd Toole beschreibt (und begründet) recht ansehnlich wie (und wo) ein (Heimkino-)Raum gedämmt werden sollte. Er schlägt für die Seitenwände (eindimensionale) Diffusoren vor, da diese dem räumlichen Eindruck mehr zuträglich sind als eine Bedämpfung. Auf Vor- und Rückwand: Absorber. Erstreflexionen: Auch Absorder. Kanten (im Bassmaximum): Absorber. Ob es besser ist (und die Fläche überhaupt ausreichend ist)- wir werden sehen. Gibt viele Halbwahrheiten da draussen...

2) Beleuchtung: Mir fehlt noch Effektbeleuchtung. Ich will mir zwar einen Sternenhimmel bauen, aber dann wäre es noch etwas dunkel. Einen Absorber zu beleuchten wird schwierig. Bei einem Diffusor ist mir die Idee gekommen die Finnen aus speziellem Plexiglas zu fertigen, so dass ich über eine Kantenbeleuchtung einen guten Effekt erreiche. Bei "Licht aus" sieht man nur einen schwarzen Kasten, bei "Licht ein" leuchten die Trennwände in der gewünschten Farbe. Natürlich hab' ich mir dazu auch noch eine Lichtsteuerung "gebastelt" - aber...... dazu später mehr :cool2:

Ach ja - Termin für Soundcheck steht noch nicht. Erst mal will ich die Diffusoren an die Wand bringen (2-3 Wochen?) und ein Podest für meine Fronts bauen... Sollte aber noch dieses Jahr passieren :blush:

Gruß,
Herm
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon AndiTimer » Dienstag 11. September 2012, 14:20

Herm hat geschrieben:Ja - warum Diffusoren und nicht Absorber... Bei der Entscheidung hab' ich auf zwei Kriterien zurückgegriffen:

1) Literatur: Sound Reproduction: The Acoustics and Psychoacoustics of Loudspeakers and Rooms

Floyd Toole beschreibt (und begründet) recht ansehnlich wie (und wo) ein (Heimkino-)Raum gedämmt werden sollte. Er schlägt für die Seitenwände (eindimensionale) Diffusoren vor, da diese dem räumlichen Eindruck mehr zuträglich sind als eine Bedämpfung. Auf Vor- und Rückwand: Absorber. Erstreflexionen: Auch Absorder. Kanten (im Bassmaximum): Absorber. Ob es besser ist (und die Fläche überhaupt ausreichend ist)- wir werden sehen. Gibt viele Halbwahrheiten da draussen...

2) Beleuchtung: Mir fehlt noch Effektbeleuchtung. Ich will mir zwar einen Sternenhimmel bauen, aber dann wäre es noch etwas dunkel. Einen Absorber zu beleuchten wird schwierig. Bei einem Diffusor ist mir die Idee gekommen die Finnen aus speziellem Plexiglas zu fertigen, so dass ich über eine Kantenbeleuchtung einen guten Effekt erreiche. Bei "Licht aus" sieht man nur einen schwarzen Kasten, bei "Licht ein" leuchten die Trennwände in der gewünschten Farbe. Natürlich hab' ich mir dazu auch noch eine Lichtsteuerung "gebastelt" - aber...... dazu später mehr :cool2:

Ach ja - Termin für Soundcheck steht noch nicht. Erst mal will ich die Diffusoren an die Wand bringen (2-3 Wochen?) und ein Podest für meine Fronts bauen... Sollte aber noch dieses Jahr passieren :blush:

Gruß,
Herm


das Buch liegt auch bei mir rum, habe das noch so im Kopf, dass er Absorber und Diffusoren nutzt an den Seitenwänden, muss ich aber ehrlich gesagt nochmals nachlesen, von daher pas'd scho :yes:
Eindimensionale Diffusoren will ich noch machen bei mir, ist aber eher eine Spielerei, da die Fläche nicht ausreichen wird an den Seitenwänden um akustisch viel zu erreichen,
aber so ungenutzer Platz :hmmm: also basteln wir noch welche... :grin:

Beleuchtung könntest Duch auch in den Säulen integrieren, da kann man sich alles mögliche einfallen lassen, müsste nicht zwingend im Diffusor sein aber kommt bestimmt auch cool daher, ich bin gespannt...

Gruss
Andi
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Herm » Dienstag 11. September 2012, 14:28

Ja da bin ich mir auch nicht sicher ob's was rausreißt, aber schaden werden sie erst mal nicht... Ich bastel jetzt mal zwölf Diffusoren zwischen die Lautsprecher. D.h. ich werd' ungefähr 1,5qm an Fläche pro Seite zusammenkriegen - das ist nicht viel. Wenn alle Stricke reissen, dann kommen die Diffusoren als Beleuchtung in den Vorraum.
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Lautsprecherbau - Front und Rears

Beitragvon Herm » Mittwoch 12. September 2012, 00:00

So, nachdem ich nun lange genug über die Entstehungsgeschichte der Front und Side-Surrounds gesprochen habe, sind hier die Bilder vom Zusammenbau.

Erstmal die Gehäuse zusammenkleben:
FT-2 Roh.jpg


Für die Side Surrounds musste ich erst mal die Rundungen auf den Reflexkanal anbringen. Da ich eine 25mm Rundung haben wollte (und kein solcher Rundfräser für meine Oberfräse existiert) musste ich auf ein Behelfskonstrukt ausweichen. Das hat unglaublich gut geklappt, aber den ganzen Keller eingesaut...
Runde-Kanten-HowTo.jpg


Eines sonnigen Tages ging es dann an das Furnieren. Ich hab' in meinem ersten Versuch das Furnier mit Pattex angeklebt. Falls jemand ähnlicher vorhat, würde ich zur "Holzleim/Bügeleisenmethode" raten. Ich hab' mittlerweile beide Methoden ausprobiert - kleine Blasen und Falten gab's mit beiden Methoden, aber bei Holzleim kann man leichter korrigieren.
Holz-vor-der-huette.jpg

Furnieren-FT2-Nachher.jpg


Anschließend konten die Chassis-Ausfräsungen gemacht werden. Ich hab' die Chassis von hinten vorgefräst, so dass ich bei der fertigen Box mit einem Anlauffräser nach dem Zusammenbau durch ein kleines Loch die Chassis ausfräsen kann.
Boxenbau-Forstschritt-1.jpg


Nachdem die LS-Fronten nun furniert waren, konnten auch die Quicklys zusammengebaut werden:
Quickly-Zusammenbau-1.jpg


... und nach Grundiert, geschliffen, gespachtelt, wieder geschliffen, nochmal grundiert, geschliffen, nachgespachtelt, geschliffen, ... :yawn: und irgendwann lackiert werden:
Quickly-VorDemLackieren.jpg

Nun_schwarz.jpg


Ach ja - Luftballons helfen, die Staubentwicklung beim Spritzen zu vermeiden:
Lackieren-Klarlack.jpg


Die Furnier-Oberflächen wurden geschliffen, mit Schnellschleifgrund behandelt, nochmals abgeschliffen und schließlich mit Klarlack bestrichen. Schon erstaunlich wie die Holzfarben intensiviert werden:
FT2-VorDemLackieren.jpg

FT2-Almost-Finished.jpg


Die Frequenzweichen hab' ich während eines Abends zusammengelötet:
Frequenzweichen-Heimkino.jpg


... und schon war ich fast fertig. Der Einbau der Chassis und der Dämmung hat mich aber nochmal fast ein Wochenende beschäftigt (und ich hab' nicht gebummelt). Ich kann nur empfehlen das Dämmmaterial mit einem Elektroschneider zu bearbeiten - das Zeug ist ziemlich widerspenstig. So ein Messer gab's mal für €15 beim lokalen Lebensmitteldiscounter und ist echt sein Geld wert:
Zuschneiden.jpg
Zusammenbau-FT2.jpg


Ach ja - ein Detail fehlt noch. Da die First-Time 2 eine TML mit Kanalöffnung nach oben ist, wollte ich einen passenden Deckel haben... Also mit der Oberfräse passende Rahmen gemacht und mit Akustikstoff bespannt:
Deckel-FT2.jpg

FT2-OhneDeckel.jpg

FT2-MitDeckel.jpg


Dann war es schon soweit. Der große Soundcheck (im Wohnzimmer):
Soundcheck.jpg


Was soll ich sagen: :w000t: :w000t: :w000t: :w000t:

Für €75 pro Lautsprecher war das schon genial! Das letzte Mal, dass ich so ein lächeln im Gesicht hatte war nach dem Besuch bei Wolfgang's Basswunder im Blueline :). Gerade die FT2 sind wirklich genial und die Bündelung, wie sie bei meinen kleinen Breitbändern auftritt ist auch weg.

Bis die Quicklys und die FTs nun aber ins Heimkino einziehen werden ist noch ein wenig zu tun... Derzeit stehen elf Lautsprecher in der Waschküche :).

Immerhin hängen die Rears schon bei mir im Kino - aber das ist Thema für den nächsten Beitrag.

Viele Grüße,
Herm
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Ewi » Mittwoch 12. September 2012, 06:19

Meinen Respekt, saubere Arbeit :thumbsup: :clap: :thumbsup:
LG
Werner

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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon CineMAC » Mittwoch 12. September 2012, 08:28

:wow: Das nenne ich mal spitzen Arbeit. Wirklich sehr beeindruckend. Über Dinge die man selbst gebaut hat freut man sich immer am meisten.
Von der Stange kann jeder. :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
Viele Grüße
Frank

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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon z3000 » Mittwoch 12. September 2012, 10:53

hallo ,

meinen allerhöchsten respekt für deine arbeit , die lautsprecher sehen ja wirklich fantastisch aus und das erste
klangergebnis ist ja auch positiv ausgefallen . es gehört bestimmt einiges an mut sich ...ich sage mal vorsichtig,,,
als nicht profi sich so ein projekt zu widmen und es durchzuziehen weil man ja nie weiß wie das klangergebnis mal werden
wird . hast du echt klasse hinbekommen .

ich selbst bin auch auch der suche nach einem neuen ls system für mein heimkino und soll das theater 8 von teufel
ersetzen was eigentlich gar nicht so schlecht klingt aber man will ja immer mehr . selbstbau ls würde ich mir nicht
zutrauen da ich null ahnung habe vom ls bau und es würde bestimmt bei mir in die hose gehen . deshalb werde ich demnächst ein fertiges ls system in meinem heimkino probehören .

nochmal mein allerhöchsten repekt das hast du echt gut hinbekommen .

gruß stefan
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Herm » Mittwoch 12. September 2012, 12:50

Vielen Dank Stefan,

also wenn Du den "Selbstbau" ausprobieren willst, dann kann ich Dir versichern dass Du mehr für's Geld kriegst als mit einem fertigen System. Spass machen tut's auch... Das aufwendige war eher die Optik - aber da hab' ich auch einige Erfahrungen gesammelt, wie man schneller zum Ziel kommt (z.B. Multiplex statt MDF - man kann dann einfach mit Beize/Klarlack arbeiten, Chassis lassen sich auch per Stichsäge versenken). Wenn man auch keine komplizierten "Schnörksel" baut, ist man auch an einem Wochenende fertig - und es gibt für extrem wenig Geld durchaus LS die in der Oberliga spielen können.

Gruß,
Hermes

PS: Wenn Du im Münchner Raum wohnst, dann biete ich gerne meine Hilfe an.
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon z3000 » Mittwoch 12. September 2012, 13:19

Herm hat geschrieben:Vielen Dank Stefan,

also wenn Du den "Selbstbau" ausprobieren willst, dann kann ich Dir versichern dass Du mehr für's Geld kriegst als mit einem fertigen System. Spass machen tut's auch... Das aufwendige war eher die Optik - aber da hab' ich auch einige Erfahrungen gesammelt, wie man schneller zum Ziel kommt (z.B. Multiplex statt MDF - man kann dann einfach mit Beize/Klarlack arbeiten, Chassis lassen sich auch per Stichsäge versenken). Wenn man auch keine komplizierten "Schnörksel" baut, ist man auch an einem Wochenende fertig - und es gibt für extrem wenig Geld durchaus LS die in der Oberliga spielen können.

Gruß,
Hermes

PS: Wenn Du im Münchner Raum wohnst, dann biete ich gerne meine Hilfe an.



leider komme ich aus nrw bischen weiter weg von münchen ca 700 km .

mein bestreben ist mal hornlautsprecher fürs heimkino probe zu hören , mal sehen wie es mir gefällt.
demnächst werde ich das klipsch thx ultra 2 bei mir mal probehören.

bin halt neugierig wie das hornsystem bei mir klingt . habe ja schon viel gutes darüber gelesen .

gruß stefan
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Re: Mein neues Hobby... oder wie ich zum Handwerker wurde

Beitragvon Herm » Mittwoch 12. September 2012, 13:40

Take a look :)

Das "Viech"...

Wurde schon gerne für Pegelfeste Heimkinos gebaut...

Oder aber hier (wird leider schon länger nicht mehr gepflegt):
Bauplansammlung

Vielleicht "reizt" es Dich ja es einfach auszuprobieren...

Gruß,
Hermes

PS: Wenn Du in NRW wohnst - Udo Wohlgemuth hat seinen Laden in Bochum. Sieht sehr unscheinbar aus, aber er hat seine Bausätze oftmals auch zum Probehören da.
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Herm
 
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